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Rechnerlexikon

Die große Enzyklopädie des mechanischen Rechnens

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Kummer, Heinrich


Heinrich Kummer

(* 08.11.1809 in Dresden, † Tag.Monat.1889 in Dresden)

Indice

1 Leben

Das Leben und die Rechner von Heinrich Kummer werden in dem Bericht Kummer and his “1847” slide adder ausführlich dargestellt.

Hier ein kurzer Auszug:

Zur Person:

Die "Allgemeine Deutsche Biographie" von 1883 beschreibt den Fagottist Heinrich Kummer, der "sehr an mechanischen Instrumenten interessiert war".

Heinrich Kummer entstammte einer bekannten Musiker-Familie in Dresden. Da er dort keine dauerhafte Anstellung bekam, verließ er 1831 Dresden. Nach 2 Jahren Aufenthalt in Polen als Klavierlehrer ging er nach St. Petersburg. Dort wurde er 1837 Mitglied des kaiserlichen Theaterorchesters als Erster Fagottist.

Nebenbei erfand er einen Rechner mit Zahlenschiebern, den er am 4. September 1846 der Russischen Akademie der Wissenschaften präsentierte. 1847 wurde das russische Patent auf den "Musik-Lehrer" Kummer erteilt.

In St. Petersburg konstruierte Heinrich Kummer 1837 auch ein Hängebrücke über die Newa, die jedoch nicht realisiert wurde.

Zu der Zeit im kaiserlichen Theaterorchester erhielten Ausländer nach 10 Jahren Zugehörigkeit die volle Pension (während Russen 22 Jahre beschäftigt sein mussten). Kummer erhielt also ab 1847 eine Pension.

Er verließ Russland und reiste in die Schweiz, wo er jedoch nicht lange blieb und 1851 nach Dresden zurückkehrte.

Zurück in der Schweiz und Deutschland war Heinrich Kummer offensichtlich mehr an Schusswaffen als an Rechengeräten interessiert. Er baute selbst Gewehre und konstruierte sogar ein Gewehr "System Kummer". Außerdem schrieb er ein Buch über das Schießen.

Der Rechner von Kummer wurde vermutlich ab Mitte der 1850er Jahre von der Firma Mielck (Мильк) in St. Petersburg in Serie hergestellt und verkauft, die Produktionsmenge war aber offensichtlich nicht hoch.
Eine rein dezimale Variante war für Deutschland bestimmt, sie rechnete mit "Neupfennig" und "Thaler". Die Produktion in Russland erreichte wohl ihr Ende, als dort 1892 der Troncet Arithmographe angeboten wurde. Er war eben eine bessere Konstruktion als der von Mielck gebaute Kummer-Rechner.

Kummer’s Erfindung mit dem "Krückstock"-Übertrag ist auch in Frankreich und den USA patentiert worden:

Das Patent in Frankreich wurde im November 1847 von François Jacques Marc Auguste Billiard (1788-1858) eingereicht, der ein ziviler Angestellter des Ministeriums des Inneren war. Das handgeschriebene Dakument finden Sie in  Billiard Patent. Die Zeichnung hat nur geringe Abweichungen von Kummers Original-Version, es ist aber ein rein dezimaler Addierer. Es wurde ein Klappdeckel hinzugefügt, der durch den Stift verschlossen werden kann, die Beschriftung ist französisch. Zu der Zeit konnten offensichtlich Patente nicht an Ausländer vergeben werden, so ist anzunehmen, dass Billiard Kummer’s französischer Agent war.

In den USA erhielt ein "Henry Kummer" aus New York 1869 das Patent Nr. 90275 für einen vergleichbaren Rechner. Rubel und Kopeken wurden durch Dollar und Cent, der russische Text durch einen englischen ersetzt. Außerdem war auch dieser Rechner mit einem verschließbaren Deckel versehen.
Es ist also anzunehmen, dass sich Kummer einige Zeit in den USA aufgehalten hat, wobei er die englische Variante "Henry" seines Vornamens "Heinrich" benutzte. Vielleicht hatte er vom Erfolg des Rechners von S. S. Young gehört, einem einfachen Gerät ohne den "Krückstock-Übertrag" (Patent:US6602, 1849). Mit Hilfe übertriebener Anzeigenaktionen wurden bis 1857 angeblich mehr als 30000 Exemplare des Young-Rechners verkauft. So war es logisch, dass sich Kummer entschied, in den USA ein Patent für sein fortschrittlicheres Gerät anzumelden. Jedoch gibt es keine Hinweise auf Verkäufe in den USA.

2 Werke

2.1 Maschinen, Geräte

Kummer Rechner

2.2 Patente

 siehe unten

Wichtige Patente:

3 Literatur

Literatur aus Kummer and his “1847” slide adder:

[1] Ananjeva O. A. / Ананьева О. А.: Kummer's counter / Счислитель Куммера, Grigorian G. (ed.) Relics of Science and Technology in Russian Museums / Памятники науки и техники в музеях России, Issue 4, p. 14-17, Moscow, 2005

[2] Computing in Russia. The History of Computer Devices and Information Technology revealed, Braunschweig/Wiesbaden, 2001

[3] Conservatoire national des arts et métiers. Catalogue du musée. Section A: Instruments et machines a calculer, Paris, 1942

[4] F[ürstenau] M.: Kummer Heinrich, Mendel Hermann (ed.): Musikalisches Conversations- Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften für Gebildete aller Stände. Sechster Band, S. 192-193, Berlin, 1876, see Appendix 6

[5] Fürstenau [M.]: Heinrich Kummer, Allgemeine Deutsche Biographie. Siebenzehnter Band, S. 370-371, Dresden, 1883, see  http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/bsb00008375/images/index.html?id=00008375&fip=88.217.59.252&no=42&seite=372

[6] Hodges Woodrow Joe: A biographical dictionary of bassoonists born before 1825, Ph.D. dissertation, University of Iowa, 1980, p. 390-397

[7] Jerrmann Eduard: Unpolitische Bilder aus St. Petersburg: Skizzen nach dem Leben gezeichnet, Berlin, 1851 / Jerrmann Edward: Pictures from St. Petersburg, New York, 1854

[8] Kummer [Heinrich]: Gebrauch der Rechenmaschine, Manuskript, 1846, Russische Akademie der Wissenschaften, St. Petersburg, see appendix 1

[9] Kummer Heinrich: Der praktische Büchsenschütze, Dresden, 1862

[10] Kummer Heinrich: Verbesserung und Vereinfachung der Feuergewehre, Chronica: Dokumentation aus allen Zeiten in Wort und Bild für Forscher und Sammler, Folge 63, Nürnberg, ca. 1970, see appendix 8

[11] Majstrov Leonid Efimovich: Les appareils et les instruments mathématiques exposés dans les musées de l’U.R.S.S., XIIe congrès international d’histoire des sciences, Paris 1968. Actes tome XA. Histoire des instruments scientifiques, p. 79-82, Paris, 1971

[12] Marguin Jean: Histoire des instruments et machines à calculer. Trois siècles de mécanique pensante 1642-1942, Paris, 1994

[13] Münzloff R.: Kummer's Selbstrechner, St. Peterburgische Zeitung № 110, 20.Mai/1.Juni 1847, see appendix 4

[14] Ostrogradskii M.: Rapport à la première classe de l’Académie impériale des sciences, Manuscript, 1846, Russische Akademie der Wissenschaften, St. Petersburg, see appendix 2

[15] Otnes Robert K.: Small Adders, Girbardt, W. & Schmidt, W. H. (ed.): 2. Greifswalder Symposium zur Entwicklung der Rechentechnik 12. - 14. September 2003, p. 41-58, Greifswald, 2003, also Small_Adders_Part_5

[16] Recheninstrumente, Pierer's Universal-Lexikon der Vergangenheit und Gegenwart oder Neuestes encyclopädisches Wörterbuch der Wissenschaften, Künste und Gewerbe, 5 Auflage, Dreizehnte Band, p. 878, Altenburg, 1867-1872

[17] Richardson W. M.: Duplicated sales letter of Young's Patent Adding Tablet, 1857

[18] Séance du 11 (23) septembre 1846, Bulletin de la classe physico-mathématique de l’académie impériale des sciences de Saint-Pétersbourg, Tome VI № 15, p. 239, 1847

[19] Séance du 23 octobre (4 novembre) 1846, Bulletin de la classe physico-mathématique de l’académie impériale des sciences de Saint-Pétersbourg, Tome VII № 4, p. 50-51, 1848

[20] Thierbach M.: Die geschichtliche Entwickelung der Handfeuerwaffen, bearbeitet nach den in den deutschen Sammlungen noch vorhandenen Originalen III. Ueber die geschichtliche Entwickelung des Hinterladungs-Gewehrs, Dresden, 1888

[21] World’s Columbian Exposition 1893 Chicago. Catalogue of the Russian Section, S.- Petersburg, 1893

[22] Апокин И. А. & Майстров Л. Е.: История вычислительной техники от простейших счетных приспособлений до сложных релейных систем, Москва, 1990

[23] Арифмограф Тронсэ, объяснения, С. Петербург, [1892]

[24] Барышников М. Н.: Деловой мир Петербурга. Исторический справочник, Санкт- Петербург, 2000

[25] Бооль В. Г. фон: Приборы и машины для механическаго производства арифметических действий. Описание устройства и оценка счетных приборов и машин, Москва, 1896

[26] Кольман Э. & Радовскии М. И.: Из истории вычислительных устройств по материалам архива АН СССР, Историко-математические исследования 14, с. 551-586, Москва, 1961

[27] Кочедамов В.: Проекты первого постоянного моста на Неве, Архитектурное наследство 4, с. 189-220, 1953

[28] Куммер [Генрих] (Kummer): Употребление привилегированнаго счислителя / Manière de se servir du calculateur brèveté / Gebrauch des patentierten Selbst-Rechners, С. Петербург, 1847

[29] [Куммер (Kummer) Генрих:] Употребление привилегированнаго счислителя, С. Петербург, 1855

[30] Майстров Л. Е. & Петренко О. Л.: Приборы и инструменты исторического значения. Вычислительные машины, Москва, 1981

[31] Наставление к употреблению числителя изобретеннаго г. Куммером, С. Петербург, 1887

[32] Привилегия на счетный снаряд, выданная учителю музыки Куммеру, 29 марта 1847 года, на 10 лет, Журнал мануфактур и торговли. часть вторая, 1847, с. 111-119

Weitere Literatur:

  

4 Weblinks

 CNAM

 

5 Sonstiges

6 Anmerkungen


Seite F. Diestelkamp 11:23, 31. Dez 2009 (GMT)

 

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Brevetti:

  • Patent:FR6703 27.11.1847 Billiard, François Jacques Marie Auguste für Kummer, Heinrich : Perfectionnement de la machine inventée par Charles Perrault, en 1700




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