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Die große Enzyklopädie des mechanischen Rechnens

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Sammlertreffen Eichenau 9.April 2011


1 Sammlertreffen Eichenau 9.April 2011 - Doppelmaschinen

Wieder mal dominieren die Rechenmaschinen, diesmal die so ziemlich schwersten und schwierigsten. Doch Stephan Weiss hatte sich bereit erklärt, einige der Algorithmen vorzuführen, die speziell solche Doppelmaschinen benötigen. Und auf dem Präsentationstisch reihen sich gleich zehn mitgebrachte, dieser gesuchten Monster, zwei davon sogar Brunsviga-B183-Dreifach-exemplare. Deren Besitzer mussten sicher ganz schön in die Tasche greifen, um sie zu erwerben, oder die Ehefrauen zu besänftigen, von dem erforderlichen Platz ganz zu schweigen.

Tisch+Leute Vortragender Saal

Doch vor dem Beneiden des Sammlerglücks der Kollegen setzen wir uns und folgen dem angekündigten Vortrag. Technologisch auf der Höhe, werden die Illustrationen vermittels eines Laptops an die Leinwand gebeamt. Weiss hatte ja früher schon mal die  Doppelmaschine virtualisiert und gibt also die Eingabewerte am Bildschirm ein. Eine didaktische, schon bei Wittke angeführte Grundaufgabe zeigt, wie eine fortgesetzte Multiplikation (etwa 2*3*4*5...) in der rechten Hälfte mit den ersten beiden Zahlen beginnt (2*3=6), dann die nun rechts eingestellte 1 beim sechmaligen "Abziehen" [-] das rechte Zwischenergebnis annulliert, während die links eingestellte 4 gleichzeitig mit diesen Umdrehungen (gegenläufig [+-]!) zu 24 wird. Dann kommt jetzt links die 1 rein und rechts die 5 und "24 mal addiert" [+] (mit Wagenverschiebung!). Die Gegenläufigkeit garantiert, dass sich jetzt rechts 5*24=120 ergibt, usw.

Simulation

Im weiteren zeigt uns Weiss noch das schon früher mal beschriebene Beispiel der Berechnung des  Schnittpunktes zweier Geraden. Dabei erhält man dessen y-Koordinate, indem man zu den beiden y-Werten bei x=0 (links und rechts) mit jeder Umdrehung ein weiteres Mal die beiden Steigungen (*1) dazuzählt, bis sich linkes und rechtes Ergebnis in etwa gleichen. Für bessere Genauigkeit wird der Wagen geeignet verschoben. Bei Gleichheit in beiden Ergebniswerken steht im Umdrehungzählwerk dann auch das gesuchte x.

Triplex bei Koordinatentransformation Diskussion Thales-Doppel

Diesen kurzen, aber doch schon ziemlich anspruchsvollen Abläufen setzt dann Stephan Drechsler durch die Berechnung der  Koordinatentransformation mit einer Brunsviga-B183-Triplex-Maschine die Krone auf. Durch nur drei Multiplikationen in den drei Rechenwerken nacheinander löst er so die Matrixgleichung:



Dass anfangs dabei die Wagenverschiebung etwas klemmt, weckt dann wieder die Aufmerksamkeit der eher am Objekt als am Algorithmus interessierten.

Zuschauer Tisch

Die daraus entstehende Diskussion greift dann auch auf die anderen ausgestellten Präziositäten über. Deren Besitzer erlauben sich, die "Unvollständigkeit" ihrer Sammlungen zu bedauern, denn niemand konnte z.B. die beiden doppelten Marchants von den gezeigten Vortragsdias auftreiben. Als Stephan Weiss noch die seltene Brunsviga Dupla erwähnt und ein Foto zeigt, bricht ein echtes Erstaunen erst aus, als ihre Größe als ca. zwei bis drei mal die der normalen Brunsvigas bekannt wird. Denn von der Form her gleicht sie einer Brunsviga Nova aufs Haar. Im  Deutschen Museum sollte es vielleicht noch eine geben; laut einer angefügten Anekdote war sie einstmals sogar frei für Besucher zugängig und wurde erst unter Glas gesteckt, als ein kundiger Sammler den Leiter auf die Seltenheit hingewiesen hatte.

Tisch Tisch(Quelle: Comrie 1928)

Im letzten Teil des Treffens formen sich Grüppchen für allgemeine Teilinteressen. Einer breitet eine Mappe mit Drucken von farb- und formveränderten Fotos von Rechenwerken und Maschinen aus.

Multifix-Camouflage1 Multifix-Camouflage2 Webb-Camouflage

Durch das entstehende Interesse daran kommt eine Diskussion über ihre ästhetische Wirkung in Gang. Sucht der erfahrene Sammler im Bild nur die Originalmaschine zu identifizieren oder kann er einen ästhetischen Gesamteindruck genießen? Der Autor hofft, dass diese Ambivalenz einigen eher Kunstbeflissenen die Rechenmaschinen-Problematik der  Technikgeschichte nahebringt und den Sammlern die  Ästhetik. Mindestens sollte eine Diskussion darüber den rein technisch bedingten Horizont einiger Sammler erweitern und vielleicht sogar deren Kreativität stimulieren.

2 Copyright

Alle Rechte beim Verfasser

Erstellt von: Wolfgang Irler 11:11, 13. Apr 2011 (CEST)



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