[Hauptseite]

Rechnerlexikon

Die große Enzyklopädie des mechanischen Rechnens

52.91.90.122 | Anmelden | Hilfe

  DE  EN  FR  IT 
Hauptseite
Gesamtindex
Letzte Änderungen

Druckversion
Artikeldiskussion

Artikel
Bild
Patent



Spezialseiten
 Autorentexte

Rechenmaschinen und Schicksale in Ungarn


Inhaltsverzeichnis

1 Rechenmaschinen und Schicksale in Ungarn

Die Vertretung verschiedener Rechenmaschinen-Firmen in Budapest, Ungarn, ist Mittelpunkt des folgenden interessanten Berichtes von Tamás Szabó:

"Mein Vater Károly Szabó hat 1932 bis Februar 1935 den Beruf des Schreib- und Rechenmaschinen Mechanikers in Budapest bei der Firma Remington Rt. gelernt, dann 1935 - 1944 bei der BRUNSVIGA Vertretung Gelpke als Mechaniker gearbeitet."

"In den Jahren 1944-45 war mein Vater als Büromaschinen-Mechaniker für die schwedische Botschaft in Budapest tätig. So hat er für den Diplomaten Raoul Wallenberg wichtige ungarische Kontakte zur Rettung von Menschen vermittelt."

Großbild

(Verl. Praeger/Greenwood)

Hinweis: Raoul Wallenberg hat viele Menschenleben gerettet. Das Schicksal Wallenbergs wird nachgezeichtnet in diesem Buch links (Für Interessierte zusätzlich hier ein Auszug aus dem Buch)

"Nach dem Kriege hatte mein Vater selbst die Vertretung von Brunsviga in Budapest als Unternehmer bis zu der Verstaatlichung in 1950 geleitet."

"Nach 1945 wurde mein Vater von der Familie Wallenberg nach Stockholm eingeladen, weil Raoul Wallenberg in Budapest spurlos verschwunden ist und mein Vater war einer der letzten der Ihn gesprochen hat, aber eigentlich auch nicht helfen konnte bei der Aufklärung."

"Die Familie Wallenberg hat immer wieder in Moskau nachgebohrt. Einige Monate vor Stalins Tod, 1953, wurde mein Vater zusammen mit anderen Personen, die Wallenberg zuletzt getroffen haben (auch Szalai), in Budapest verhaftet. Es sollte ein Schauprozess nach Stalin-Art vorbereitet werden. Bald nach Stalins Tod wurde der Chef der Sovjetischen Geheimpolizei, Berija, verhaftet und hingerichtet. Es gab keine Schauprozesse mehr, über Wallenberg wurde bis 1990 nichts veröffentlicht."

"Wallenberg wurde damals nach Moskau entführt, wie seit etwa 1990 bekannt ist. Mein Vater wurde freigelassen und zum Schweigen verpflichtet. Ein Mithäftling hat nicht überlebt. Szalai, der Schulfreund meines Vaters, ist nach der Freilassung in die USA gefüchtet. Mit Szalai hatte ich bis zu seinem Tod in den 90-er Jahren Briefkontakt."

"Während des Besuches in Stockholm hat mein Vater durch die Vermittlung der Wallenberg Familie die Odhner und Precisa Vertetungen für Ungarn zusätzlich zu Brunsviga bekommen. Einige Jahre war mein Vater exclusiver Lieferant der größten jüdischen Firmen in Budapest, auch durch diese (sehr mächtige, zufällige) Beziehungen, bis zu der Verstaatlichung seiner Firma."

"Nach 1957 hat Brunsviga sowie später Olympia Wilhelmshaven die Kontakte mit meinem Vater erneuert. Mein Vater ist 1964 gestorben."

Soweit der sehr persönliche Bericht von Tamás Szabó als Dokument der Zeitgeschichte!

Als Ergänzung;



Einige Rechenmaschinen aus dem Besitz von Károly Szabó:

Großbild

Brunsviga 13 ZK mit Koffer (SN 204951, Szabo)

Großbild

Seriennummer der Brunsviga 13 ZK

Großbild

Adsumudi (SN 1511, Szabo



Großbild

Facit: links "normal", rechts "russisch" (Szabo)

Großbild

Schild "russische" Facit



2 Literatur

3 Links

4 Hinweise


5 Copyright

Alle Rechte beim Verfasser: Tamas Szabo
Erstellt von: F. Diestelkamp 12:12, 25. Feb 2006 (GMT)
Ergänzt: F. Diestelkamp 12:17, 18. Jan 2017 (CET)

Diese Seite ist geschützt. Sie darf nur vom Autor oder einer beauftragten Person verändert werden.
Falls Sie mit dem Inhalt nicht einverstanden sind, machen Sie bitte einen Eintrag bei der Diskussion und schicken dem Autor eine Mail.


Nach dem Urheberrechtsgesetz dürfen Sie Inhalte des Rechnerlexikons ohne Veränderung zitieren, sofern Sie die Quelle angeben.